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Island – Golden Circle

Golden Circle

Nach unseren ersten Tagen in Reykjavik haben wir uns ein kleines Auto gemietet und unsere Tour in Richtung Osten gestartet. Nur ein Katzensprung von Reykjavik entfernt befindet sich eine Route, die sich “Golden Circle” nennt. Zwar ist es eine der touristischsten Routen in Island und damit oft überlaufen, jedoch hat das natürlich auch seinen Grund. Auf der Route reihen sich Wasserfälle, Geysire und andere Naturspektakel auf kürzester Strecke aneinander. Somit ist es auch ein extrem beliebter Tagesausflug von Reykjavik aus, der auch mit vielen Reisebussen angeboten wird. Langweilig wird einem definitiv nicht, da es immer wieder neue Dinge zu sehen gibt. Wir haben die Route auf eigene Faust abgefahren, was ich auch jedem empfehlen kann. Schließlich hat das zwei große Vorteile:

1.) Man kann den Massen an Touristenbussen immerhin etwas entkommen und steckt nicht selbst schon ein einer Gruppe von 100 Personen fest, die alle versuchen, zur gleichen Zeit das gleiche Bild zu machen. Und wer will schon ständig ein Selfie-Stick im Rücken haben?

2.) Nicht nur den Touristenmassen kann man so etwas entkommen, sondern auch den rasanten Wetterumschwüngen. Schließlich ist das tollste Naturspektakel bei Eisregen nicht so schön wie bei Sonne. Und wie bereits gesagt, beides kann im 5 Minuten Takt wechseln – bei uns waren die Wetterwechsel an diesem Tag besonders verrückt und schnell. So haben wir wann immer möglich eine Sonnenphase abgepasst. Bei einer organisierten Busfahrt heißt es hingegen “raus aus dem Bus”, wann immer man angekommen ist – auch bei schlechtem Wetter.

Also, schnappt euch ein Auto und fahrt los. Allgemein lohnt sich ein Auto in Island definitiv, da die Infrastuktur mit Bussen etc. noch nicht allzu weit ist. Schließlich würde Island vor gut 7 Jahren zum ersten Mal mit Touristen überrannt. Das merkt man auch heute noch. Deshalb: Auto mieten und flexibel sein!

Hier kommen unsere Golden Circle Stops der Reihe nach:

Stop 1: Thingvellir National Park

Stop 1 war der Thingvellir National Park. Ein klares Highlight ist hier das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen tektonischen Platten wodurch sich eine große Felsspalte, sowie Risse aufgetan haben. Auf kleinen Holzstegen kann man hier durch den National Park wandern. Wir sind auf eine kleine Anhöhung gegangen – von dort aus hat sich Island mal wieder von der mystischen Seite gezeigt, als die Sonne in Säulen durch die Wolken gebrochen ist.

Stop 2: Geysir

Der Geysir ist ein weiteres Highlight auf der Golden Circle Tour. Im Abstand von wenigen Minuten “explodiert” hier ein Geysir und schießt eine meterhohe Wassersäule nach oben. Das Spektakel kann man dabei aus ca. 4 Metern Entfernung beobachten. Dabei stehen alle ganz aufgeregt um den Geysir herum, der fleißig arbeitet. Und jeder fragt sich “Wann geht es los?”, denn die Kamera ist bereits gezückt. Am Ende geht es ganz schnell. Das Wasser türmt sich zu einer riesigen Blase auf, die wie eine Glaskugel aussieht, bis sie kurz danach platzt und das Wasser in die Luft schießt!

Es geht los….

Geysir

Geysir

…die Blase platzt…

Geysir

Geysir

…und das Wasser schießt meterhoch in die Höhe…

Geysir

Geysir

Rund um den Geysir “duftet” es nach Schwefel. Vergleichen kann man das mit dem Geruch von faulen Eiern. Hmmm…lecker. Aber wie das so ist, ist der heiße Wasserdampf angeblich eine Geheimwaffe für strahlende Haut. Daher stellt sich der eine oder andere (mit etwas verzerrtem Gesicht) auch gerne direkt in die Dampfwolke. Wer schön sein will…

Die Isländer sind das jedoch gewohnt. Da in Island mit geothermaler Energie geheizt wird, ist das heiße Wasser, das aus jedem (!) Wasserhahn kommt mit diesem netten Schwefelduft verfeinert. An manchen Orten duftet es mehr oder weniger stark wenn man unter der Dusche steht. Aber auch hier ist das Ganze wieder wunderbar für Haut und Haare und der Geruch verfliegt auch direkt. Als Deutscher ist das jedoch zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Ein Tipp an dieser Stelle: Wenn man den Wasserhahn auf ganz kalt stellt, kommt eines der besten und klarsten Trinkwasser der Welt direkt aus dem Hahn, ganz ohne Duft und damit direkt trinkbar. Wasser muss man in Island dementsprechend nicht kaufen – weder zum Trinken, noch für das eigene Beauty-Programm.

Stop 3: Gulfoss waterfall

Hier haben wir die Vorteile unseres Autos genutzt. Angekommen im Schneesturm, haben wir zunächst im Auto gewartet, bis sich das Wetter beruhigt hatte. Und auch hier zeigt sich wieder der Wetterwechsel in Island. Zuerst Schneesturm, der erste Blick auf den Wasserfall mit bedecktem Himmel und dann schlussendlich strahlender Sonnenschein inklusive Regenbogen über dem Wasserfall.

Stop 4: Kerith volcano crater

Der letzte Stop war der einzige, der ein wenig Eintritt gekostet hat. Wie viel weiß ich leider nicht mehr, aber es war definitiv den Preis wert. Wir haben zum Abschluss des Golden Circles den Vulkankrater einmal umrundet.

Der Golden Circle war definitiv unser ereignisreichster Tag in Island. Auch wenn es gleichzeitig eine der touristischsten Routen ist, lohnt sich ein Besuch absolut! Wir haben uns den Tag über selbst verpflegt, was sich allgemein in Island lohnt. Restaurant gibt es oftmals nicht so viele und häufig sind es rund um die Sehenswürdigkeiten leider “Touristenbunker”. Wer außerdem Extrawünsche beim Essen hat, sollte sich erst recht selbst verpflegen.

Unseren Tag haben wir dann in Selfoss beendet. Von dort aus ging es in den folgenden Tagen weiter nach Osten. Wohin genau, erfahrt ihr im nächsten Post ;)

Wie bereits im vorherigen Post angekündigt, waren wir im Winter und damit in der Nebensaison dort. Wie es im Sommer ist, wenn tausende von Touristen in Island sind, weiß ich nicht. Daher gilt nach wie vor meine Empfehlung, vielleicht etwas kälteres Wetter und Einschränkungen in Kauf zu nehmen, statt in Touristenmassen unter zu gehen.